Betrieb/ Nachlegen

 

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Beim Rocket Stove ist das Nachlegen einfach: Die Schwerkraft zieht das Holz entsprechend des Abbrandes in die Glutzone rein. Der Rocket Stove ist somit selbstfütternd oder wie die Amis sagen "gravity fed" (schwerkraftgefüttert).

 

Sollte der Brennstoff einmal verklemmen, kann man mit etwas Klopfen oder Rütteln an den Stöcken das Nachrutschen fördern. Ein Schüren mit dem Schürhaken (auch der kann beim Rocket Stove Einsatz finden) ist nur bei schlechtem Durchzug (Verstopfung) nötig oder wenn zuviel Brennstoff auf einmal nachrutscht.

 

Ein Abbrechen des Betriebes oder eine Leistungsminderung geht über ein Entfernen der Brennstücke. Man zieht diese einfach aus dem Brenner. Der glühende Brennstoff wird in einem Sand- oder Ascheeimer erstickt. Danach ist er für den nächsten Einsatz wieder einsetzbar.

 

Die entstehende Kohle landet da wo sie hingehört - in der Glutzone. Dort wird die Kohle weiter erhitzt und von den Flammen der brennenden Hölzer getroffen. Die Kohle wird immer weiter aufgebraucht und fast vollständig aufgezehrt. Übrig bleibt sehr wenig Asche.

 

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Bei einem "normalen" Kaminofen (Lagerfeuer in Blechbüchse) muss man das Nachlegen vorbereiten. Auch der normale Betrieb ist wesentlich aufwendiger. Ständig fällt das Holz während des Abbrandes auseinander oder rollt zur Seite. Dort glimmt und qualmt es nur leidlich vor sich hin. Die Glutzone ist z.T. sehr verstreut und die Kohlereste werden nicht effizient verbrannt. Unter Umständen sind Zuluftlöcher durch Reste verschlossen.

 

Dann ist Schüren angesagt. Mit dem Schürhaken werden die Zuluftlöcher und der Rost freigemacht, so dass Zuluft wieder einströmen kann, Holz- und Kohlereste werden wieder in engen Kontakt gebracht. Statt Kokeln sind wieder Flammen und Verbrennung angesagt. Die Kohle verbrennt besser, wird aufgebraucht und der Ascheanfall verringert sich.

 

Auf der website http://woodheat.org gibt es umfangreiche Tips zum Holzfeuern und zum Gebrauch des Ofens. Darunter auch die Seite "wie reduziere ich die Holzkohlereste im Ofen?" (hier).

Die glühenden Kohlereste werden von der Asche durch Schüren befreit und nach vorne auf einen Haufen geschoben, Luftlöcher freimachen. Dann wird ein Stück Scheitholz direkt auf die sehr heissen Restkohlen gelegt. Durch das brennende Holz wird die Kohle weiter zu Asche reduziert.

 

Effektives Nachlegen geht im Prinzip wie folgt:

 

1) Schüren. Reste von Holz und Kohle in Position bringen. Vom Rand in die Glutzone schieben.

2) Asche zur Seite schieben.

3) Luftlöcher freimachen. Rost freimachen, wenn vorhanden.

4) Glut mit Schürhaken sammeln.

5) Holzscheite auf die Glut legen. Mindestens zwei Scheite, besser vier oder sechs. Holzscheite längs und quer auf die Glut auflegen. Längs- und Queraufbau (Pagode) verstärkt die Stabilität während des folgenden Abbrandes. Auch fördert die Pagode eine innige Luftvermischung im Abbrand.

 

 

Scheit auf Glut zur Kohlereduktion (Quelle: woodheat.org)
Scheit auf Glut zur Kohlereduktion (Quelle: woodheat.org)

 

 

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Betriebsvoraussetzungen / Installationshinweise

 

Die Firma Wallnhöfer, die den Naturzugholzvergaser "Walltherm" (Sturzzugvergaser) baut, gibt folgende Hinweise zur Installation und Betrieb des Ofens (hier):

 

1) Ausreichender Schornsteinzug 12 - 15 Pascal.

2) Ca. 6m wirksame Schornsteinhöhe.

3) Innendurchmesser 150 - 200 mm des Schornsteines. Möglichst rund und gedämmt.

4) Bei nur 3m Schornsteinhöhe sollte ein Zugventilator eingesetzt werden.

5) Es erhöht den Zug, wenn das Anschlussrohr zwischen Ofen und Schornstein steigend und nicht waagerecht installiert ist.

6) Beim Nachlegen tritt kein Rauch aus, wenn die Tür langsam geöffnet wird und der Schornsteinzug hoch ist.