Brennstoff

 

Ausser den bekannten Brennstoffen wie Gas oder Heizöl steht das Brennholz hier und überhaupt im Fokus.

 

Beschaffung, Lagerung, Beurteilung und Verwendung sollen dargestellt werden.

 

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Beschaffung

 

Wenn man Augen auf hat, erkennt man schnell, dass Holz "rumliegt". Dabei geht es nicht um Bauabfälle in Form von lackierten Holzfenstern, alten Möbeln, Gartenzäunen oder dergleichen.

 

Holz muss unbehandelt und unlackiert sein, um als Brennmaterial verwendbar zu sein. Das ist gesetzliche Pflicht. Es darf nicht mehr als 20% Holzfeuchte aufweisen (wie man das misst, später mehr).

 

Wie komme ich zu meinem Brennholz?

 

  1. Die lokalen Zeitungen haben genügend Angebote von Land- oder Forstwirten, die z.T. sogenannte "Polter" meist zur Versteigerung anbieten. Polter sind am Wegrand liegende, markierte und abholfertige Baumstämme. Der Ersteigerer muss sie selbst zusägen und abholen. Oft werden auch Flächenlose versteigert, die vorher festgelegte Polter enthalten und genutzt werden dürfen. Für die Nutzung und Abfuhr werden Termine vom Forstamt festgesetzt.
  2. Die örtlichen Gemeinden und Bauhöfe haben oft wegen Strassen- und Dammausputzarbeiten viel Holz an den Rändern liegen. Meist wird es seitens der Bauhöfe gehäckselt und als Hackschnitzel verkauft oder kompostiert. Nach diesem Holz fragen kostet nichts. Nachts das Holz absammeln sollen auch schon einige Zeitgenossen gemacht haben...
  3. Holzverarbeitende Betriebe wie Tischlereien oder Zimmereien haben Holzabschnitte oder Resthölzer als "Abfall" in der Ecke liegen. Auch hier wäre eine Frage genau das Richtige.
  4. Holzverpackungen, Kisten und Paletten stellen sehr gute Brennmaterialien dar, wenn unbehandelt. Speditionen oder Logistikfirmen haben einiges an beschädigten Paletten kostenfrei abzugeben.
  5. Stauwerke, Staudämme, Schiffshebewerke und Wasserkraftwerke haben meist einiges an Holz auf einem Abfallplatz gesammelt. Flüsse und Seen führen in regelmäßigen Abständen einiges an Treibgut mit. Diese werden an den Engstellen und "Stromschnellen" angelandet und meist mit Kränen aus dem Wasser gefischt. Meist gehen diese nicht unbeträchtlichen Mengen Holz per Container an einen Entsorger.
  6. Auf Sturmschäden achten! Die querliegenden Bäume werden durch die Feuerwehren, Landschaftsgärtner und Bauhöfe gleich nach dem Unwetter in handliche Stücke geschnitten und die Barrieren zur Seite geschafft. Nachts sind dann einige Stämme und Stücke verschwunden.... Ein Schalk, wer arges denkt.
  7. Brennstoffhändler, Forst- und Landwirte bieten per Zeitungsinserat öfter fertig gespaltenes, getrocknetes Brennholz an. Meist gegen Zusatzgeld inklusive Zufuhr.
  8. Baumärkte steigen immer mehr in das Geschäft mit Brennstoffen ein. Sie bieten Brennholz, Holzbriketts und Kohlenbriketts auf Paletten an.
  9. Eingestürzte Häuser, teilabgebrannte Ruinen, Gebäudeabrisse sind ebenfalls schöne Quellen für Holzbalken, Dachlatten und Planken.
  10. Neubaugebiete werden mit Raupenbaggern und Bulldozern vorbereitet und begradigt. Dabei werden vorhanden Bäume, wenn diese im Weg stehen, einfach zusammengeschoben und entsorgt.
  11. Fluss- und Seeufer haben immer Treibgut an Land. Einfach aufsammeln.
  12. Werdet Land- und Waldbesitzer! Aber immer darauf achten, dass mehr nachwächst als abgeholzt wird. Pflanzt Bäume!
  13. Nach Weihnachten werden die Tannenbäume eingesammelt. Selber sammeln und kleinmachen!
  14. Irgendwo werden Häuser gebaut und Dachstühle aufgestellt. Dort gibt es auch Abfallholz und Verschnitt.
  15. Schrebergarten- und Obstwiesenbesitzer haben öfter Baumschnitt und Astholz. Ab und zu muss ein Baum gefällt werden, da er abgestorben ist. Auch dort ist es lohnend, den Besitzer zu fragen oder selbst Landbesitzer zu sein.
  16. Sogenannten Holz-"Leseschein" beim Forstamt besorgen. Diese Scheine berechtigen zum Sammeln, Waldwege mit Autos benutzen und Abtransport des Holzes. Was und in welcher Menge gesammelt werden darf, muss vorher mit dem Forstamt abgesprochen werden.
  17. Baumpflegearbeiten für Freunde und Nachbarn anbieten. Einige Hausbesitzer wollen oft  zu groß gewachsene Bäume in den eigenen Gärten loswerden, weil diese zu viel Platz einnehmen. Wenn sie dann keinen eigenen Kamin besitzen, ist der Baum schon fast in deinem Besitz.
  18. Reisig, Stöckchen, Rinde, Hülsen, Stroh, Nüsse, Blätter, Schalen, Holzschnipsel (nach dem Spalten die Reste), Heckenschnitt usw.
  19. Schornsteinruß vom alljährlichen Schornsteinfegerbesuch. Den kann man im Eimer sammeln und zum Feuer löffelweise dazugeben.

Es sei erwähnt, dass in Deutschland ohne Schein und Genehmigung nichts erlaubt ist. Es ist alles Diebstahl, wenn man etwas von einem Grundstück, dessen Besitzer man nicht ist, mitnimmt! Aber es sagt garantiert niemand etwas, wenn man mit Handbollerwagen durch die Gegend geht und abgebrochenes Holz einsammelt (Sägen, Schneiden und Abbrechen VERBOTEN!). Ist eine prima Fitnessübung anstelle von Nordic-Walking oder Jogging.

 

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Handelsformen


Etwas zur Handelsform des Raummeters. Im Holzhandel redet man in Volumenmaßen wie SRM "Schüttraummeter", RM "Raummeter" und FM "Festmeter". Die Berechnung und Definition der Maße findet man unter dem Stichwort "Raummeter" z.B. bei Wikipedia o.a.. Das würde hier zu weit führen und haben andere schon viel besser erledigt.

 

Eine weitere Handelsform ist natürlich Gewicht in Tonne und Kilo.

 

Holzsorten: Meiner Meinung völlig überbewertet und zweitrangig. Buche und Eiche sind harte Laubhölzer von höchster Brandqualität, aber viel zu teuer und zu schade zum Verheizen. Sie wachsen auch zu langsam. Ich persönlich achte nicht auf die Holzsorte. Pro Kilo Brennstoff liegen alle Hölzer beim Heizwert gleich, die harten und dichten Sorten haben nur geringeres Packmaß. Ich verheize jede Art von Holz wie Weichhölzer, Tannenholz, Obstgehölz, Sträucher, Kronenholz, Bauholz, Paletten usw.. Wenn man vielfältig unterwegs ist, wird es viel preisgünstiger.

Getrocknetes und gespaltenes Scheitholz
5 Schüttraummeter Mischholz

 

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Verarbeitung des Brennholzes


Sägen. Per Hand (bei Kleinmengen möglich) oder Motorsäge (Kurs belegen "Fällarbeiten sind Unfallschwerpunkte", Sicherheitskleidung tragen). Mehr über die Forstämter, Baumärkte oder über z.B. "www.stihl.de".

 

Spalten. Hackklotz, Spaltaxt oder mit elektrohydraulischem Holzspalter oder "Smartsplitter".

 

Holz spalten (höchstens Scheite von 8 bis 10cm Dicke, für Rocket Stove nur Stöckchendicke)

Holz ablängen (höchstens 30 bis 40 cm, in Ausnahmefällen 1m Stücke)

Smartsplitter im Einsatz
Gespaltenes Holz für Raketenofen

 

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Lagerung


  • Nur gespaltenes Holz lagern (trocknet besser).
  • Holzscheite luftig stapeln. Luft muss zirkulieren können. Nicht in Gebäuden oder Kellern trocknen lassen, dort schimmeln sie. 
  • Holzscheite vor Regen schützen (durch Plane oder Dach).
  • Holzscheite vor Bodennasse schützen (auf Paletten stapeln).
  • Holzscheite bis zu einer Holzrestfeuchte von unter 20% ca. 1 bis 2 Jahre trocknen. An frischer Spaltfläche mit Holzfeuchtemessgerät prüfen.
  • Gitterboxen oder Holzmieten "www.holzmiete.de" verwenden. Wobei im Inneren der Holzmiete u.U. das Holz langsamer trocknet.

 

Regensicher und luftig gestapelt
Gestapeltes Ast- und Kronenholz

 

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Beurteilung


Holzfeuchte messen: Holz im Inneren messen (an der Spaltfläche). Gerät anschalten und beide Messspitzen gleichmäßig ins Holz drücken. Wert ablesen. Wert unter 20% ist zum Verfeuern geeignet.


Wenn das Holz rissig wird und die Rinde abfällt, ist das Holz trocken. Kontrolle: Spalten und Feuchtemeßgerät anwenden.

Holz nicht geeignet
Über 20% Restfeuchte - Nicht geeignet!!
Holz Restfeuchte ok!
Unter 20% Restfeuchte - Zum Verbrennen geeignet!

 

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Verwendung der Holzkleinteile im Rocket Stove

 

Bei brennendem Feuer kann man die Brösel (Pellets, Kohle, Hülsen, Blätter usw.) einfach von oben in den J-Brenner einwerfen.

 

 

Beim Rocket Stove (Basis J-Brenner) ist es ein Leichtes, Häcksel, Kohle, Pellets, Hülsen, Rinde usw. als Brennstoff zusätzlich zum fein gespaltenem Holz zu werfen. Diese Kleinteile rutschen nach und nach mit in die Brennzone.

Holzbrösel - zum Anzünden oder für den Rocket Stove
Holzbrösel - zum Anzünden oder für den Rocket Stove

Behälter mit Rinde, Kleinstücken und aufgefegter Biomasse.