Ofentuning / Ofenpimpen

 

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Öfen werden in der EU typgeprüft und erhalten eine Zulassung, damit diese Geräte gefahrlos und umweltfreundlich betrieben werden können.

Trotzdem sind diese technischen Produkte den gegebenen Umständen, Ländergesetzen, Einsatzbedingungen und Brennstoffen ein Kompromiss zwischen Sicherheit, Effektivität und Kreativität.

 

Der Begriff Kompromiss zwingt sich bei technischen Produkten fast auf, denn die Entwickler und Produzenten wollen ihre Güter in vielen Ländern unter unterschiedlichen Gesetzen und Bedingungen absetzen.

 

  • Z.B. kann ein Ofen, der gleichzeitig für Kohle und Holz zugelassen ist, nicht beide effektiv verbrennen, da Holz keine Unterluft mag, Kohle aber schon.
  • Grundöfen haben viele Züge, um Restwärme zu speichern und zu nutzen, der Baumarktkaminofen ist nur recht kurz und nicht am Standort erbaut und hat somit nur kurze Züge. Er nutzt die Restwärme schlechter.
  • Der gemauerte Grundofen speichert Wärme durch Masse vor Ort. Davon haben aber entfernte Zimmer im Haus nicht viel. Diese benötigen heisses Wasser als Wärmemedium in den Heißkörpern oder eine Hypokauste.
  • Die meisten Öfen haben Abgastemperaturen von 250 bis 330°C und heißen damit zu einem grossen Teil die Umwelt. Da ist Potenzial für eine Abgaswärmenutzung vorhanden.
  • Uraltes, "überlagertes", pappiges und korkiges Holz kann in einem Holzvergaser Probleme bereiten und schlecht brennen. Holzkessel "traditioneller" Bauart verfeuern aber alles.
  • Einige Kamine haben viele Umlenkungen und Schikanen für die Flammen, andere keine oder wenige.
  • Alte vor vielleicht Jahrzehnten installierte Öfen haben unter Umständen nicht die Effizienz heutiger Öfen. Da kann man bei gutem Zustand der alten Öfen z.T. mit Tuning die Anlage verbessern.
  • usw.

 

 

Man sieht, wenn man ehrlich ist, viele Möglichkeiten den Ofen zu verbessern. Aber bitte mit Verstand und nicht wild drauf los.

 

 

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Abgaswärmenutzung

 

Eine weitere Nutzung der Wärmemenge nach der Feuerstätte ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es sinnvoll, die ungenutzte Hitze der Feuerung durch Wärmetauscher nutzbar zu machen, andererseits darf für empfindliche Schornsteine keine zu hohe Abkühlung der Abgase erfolgen, da es zu einer Kondensation der Rauchgase im ungeeigneten Schornstein kommen kann. Damit entstehen Glanzruss (brennbar - Schornsteinbrand, Rußbrand) und Versottung, welche die Sicherheit der Heizanlage stark beeinträchtigen können.

 

Einen guten Überblick über Schornsteinversottung zeigt Ingenieur Meisinger.

 

Vor der Installation einer weiteren Abgaswärmenutzung, muss sichergestellt sein, dass der Schornstein für eine Abkühlung der Abgase geeignet ist. Alte, in einfacher Weise gebaute, mit Ziegeln gemauerte Schornsteine haben unter diesen Umständen schlechte Karten. Mehrschalige, gedämmte Schornsteine mit resistenten Innenrohren wären eher geeignet.

Eine Feuerungsanlage muss zum Schornstein passen oder der Schornstein muss saniert werden.

Dies alles ist mit dem Schornsteinfeger und dem Heizungsbauer vorab abzustimmen.

 

Aber nun zu den Möglichkeiten der Abgaswärmenutzung / Abkühlung der Abgase / Brennwerttechnik:

 

Das TFZ in Straubing Bayern hat eine Studie veröffentlicht zur Nutzung der Brennwerttechnik zum Nachrüsten bei Hackschnitzelanlagen.

Unter Publikationen TFZ Publikationen oder direkt ist die PDF einsehbar. Das Fazit der Untersuchung lautet ganz klar, dass eine Wirkungsgradverbesserung von ca. 18% über 100% und eine signifikante Minderung der Staubemissionen erreichbar ist.

 

Einfache wassergeführte Abgaswärmetauscher für Holzfeuerungen gibt es hier:

Gallon Abgaswärmetauscher

Heiko Booster

Schräder Abgastechnik

Bomat Sekundärwärmetauscher

 

Eine pfiffige Lösung bietet ein Schweizer Ofenbauer an. Er schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits nutzt er die Restwärme bis zur Brennwerttechnik aus, andererseits saniert er mit seinem patentierten Schornsteinabgaswärmetauscher gleich den Schornstein mit.

 

Gwerder

 

Sein Kaminabgaswärmetauscher, kurz KWAT, wird einerseits in der Fachliteratur vorgestellt VHP und andererseits wurde es in D, CH und AT zum Patent angemeldet. Es ist im Deutschen Patentamt einsehbar.

DE202009011326U1

 

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Nachgeschaltete Heizkästen oder Heizregister

 

Auf Wärmetauscher nachrüsten sind Aufsteck- und Standregister abgebildet. Ein Standregister "steht" neben dem Ofen und vergrössert die erhitze Fläche der Feuerungsanlage, indem es zusätzliche Schikanen und Labyrinthe enthält, in denen die Heizgase ihre Energie abgeben sollen.

Es gibt sie als Luft-Luft oder Luft-Wasser Register.

Sie sind eigentlich auch eine Art "Abgaswärmetauscher", werden aber historisch eher nicht so bezeichnet.

 

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Umlenkbleche oder Umlenkschamotte

 

Eine für einfache Kaminöfen relativ simple Tuningmaßnahme ist das Anbauen von zusätzlichen Umlenkblechen.

Falls einfache Kaminöfen einen direkten Weg des Feuers in den Schornstein aufweisen (Verschwendung), kann man durch ein in den Feuerraum eingesetztes Gestell eine zusätzliche Rauchgasumlenkung erreichen. Damit verlängert man den Weg der Flammen im Ofen. Der Ofen wird schneller heiß und hält länger die Wärme. Der Nutzgrad des Ofens steigt.

 

Hier einige Selbstbau Umlenkbleche von www.hearth.com .

 

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Auf Sonnenheizer gibt es eine Umbauanleitung von Rostfeuerung (gut für Kohle) auf Glutbettfeuerung (für Holz besser). Die Verbrennung scheint heisser. Obwohl laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe eV eine gewisse Rostfeuerung durchaus Vorteile bei Kohlerestverwertung zu Asche hat.

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